Mein Kindheitsklassiker: Grießpudding mit einfachem Beeren-Rosmarin-Kompott

Über einfache Wohlfühlrezepte, die einen sofort zurück versetzen in die Zeit, als Oma ihre Arme ausbreitete und alles gut wurde – selbst die Abschürfung am Knie 😉

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„Köstliche Kindheitserinnerungen“ ist das Thema im März bei der lieben Ina von What Ina loves. Ein simples Thema, das bei mir ein ganzes Gedankenkarussel anschmeißt. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann ist das immer eine Sache: das Grundstück. Klingt für Außenstehende immer total seltsam, dieser Name. Eigentlich war es aber einfach das, was der Name schon sagt: ein Grundstück in der Oberpfalz, das meine Großeltern gekauft hatten, ein kleines Häuschen darauf bauten und mit uns Kindern einfach jede Ferien dort verbrachten. Alles war sehr einfach gehalten dort. Meine Cousinen, meine Schwester und ich haben einfach den ganzen Tag draußen im Garten gespielt, oder Brennball mit den Kindern der Nachbarschaft auf der Straße, die eine Sackgasse war und gleich nach unserem Haus endete. Manchmal schnappten wir uns noch die Räder und fuhren zum Spielplatz, meist mit ein paar Münzen ausgestattet, um auch ein Eis zu holen. Schön war das.

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Da wir aber nur in den Ferien dort waren, gab es gerade beim Essen, bzw. den lagerbaren Lebensmitteln immer viele Reste, die dann verbraucht werden mussten. Aus diesen Resten entstand eines Tages mal ein Grießpudding, weil eben Grieß und Puddingpulver bis zu den nächsten Ferien abgelaufen wären. Was Oma aus der Not heraus kochte, schmeckte uns Kindern so gut, dass es den Grießpudding öfter geben musste. Er war auch ein Heilmittel gegen all die großen Sorgen, die wir Kinder hatten: aufgeschürfte Knie, blaue Flecken vom Hinfallen und dreckige Lieblingspullis.. Eis und Zitronenkuchen haben übrigens auch gut geholfen. Überhaupt konnte meine Oma damals alle Probleme immer lösen, einfach mit einer Umarmung und etwas leckerem zu essen. Ich glaube, daher kommt es, dass ich auch in stressigen Zeiten gern aufwendig koche, manchmal sogar aufwendiger als in nicht-stressigen Zeiten. Es beruhigt mich einfach. Oma hat mich da konditioniert wie einen Pavlovschen Hund 😉

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Jetzt aber schnell zum Rezept für 2 Portionen meines Grießpuddings mit Wohlfühlfaktor:

  • 500 ml Milch
  • 2 EL Puddingpulver
  • 2 TL brauner Zucker + 1TL für das Kompott
  • Mark einer Vanilleschote
  • 1 MS Zimt
  • 1 TL Vanillezucker
  • 70 g Hartweizengrieß
  • 100 g gemischte Beeren (TK)
  • 1 Zweig frischer Rosmarin
  • 8-10 Haselnüsse
  • evtl. eine Kiwi oder anderes Obst, das „weg muss“ zum garnieren

Etwa 4 EL der Milch in eine Schüssel geben, den Rest in einem Topf zum Kochen bringen. Währenddessen die Milch in der Schüssel mit dem Puddingpulver, dem braunen Zucker, dem Vanillemark, Vanillezucker und Zimt mit einem Schneebesen vermischen. Indie gerade so kochende Milch gießen und umrühren (Pudding kochen eben…). Dann den Grieß dazugeben und weiterrühren. Herd ausmachen und unter gelegentlichem Rühren eindicken lassen. Wer mag, gibt noch einen Schuß Sahne dazu, dann wird es cremiger. In Gläser oder Schüsseln verteilen und zur Seite stellen.

Für das Kompott die TK Beeren in einem Topf auftauen. Rosmarinzweig und braunen Zucker dazugeben und köcheln lassen bis die Beeren saften und eindicken. Den Rosmarinzweig wieder entfernen. Das Kompott noch heiß über den Grießpudding geben. Die Haselnüsse grob zerkleinern, über die Gläser verteilen und servieren. Evtl. eben noch die aufgeschnittene Kiwi dazulegen.

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Übrigens glaube ich, dass die Kindheit auf dem Grundstück auch dazu beigetragen hat, dass ich den Herrn Keks noch lieber mag. Der kommt nämlich aus der Oberpfalz und allein dieser Dialekt ist für mich einfach beruhigend 🙂
Was verbindet ihr mit eurer Kindheit? Essen? Sprachliche Besonderheiten? Oder eben vor allem die Familie? Lasst mal hören 🙂
Alexa

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9 Gedanken zu “Mein Kindheitsklassiker: Grießpudding mit einfachem Beeren-Rosmarin-Kompott

  1. Man gut das ich mir heute Grießpudding + Erdbeeren mit zur Arbeit genommen habe, sonst hätte ich den ganzen Tag an nichts anderes als an dein leckeres Rezept denken können 😉

    Die Kombi mit Rosmarin klingt echt interessant. Werde ich mal ausprobieren!

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  2. Ich habe auch die ein oder anderen Ferien bei meinen Großeltern verbracht, allerdings nicht, um Spaß zu haben, sondern um mit meiner Oma Latein zu lernen. Ich hab´s überlebt. Aus der Zeit habe ich ein Rezept als Kindheitserinnerung mitgenommen, das ich unbedingt mal verbloggen möchte und dazu auch meine Geschichte erzählen möchte (denn sooo schlimm war das mit den Latein-Ferien auch nicht). Meine Oma hatte Monster-Zucchini im Garten. Die waren so groß wie ein neugeborenes Baby! Also gab es auch oft was mit Zucchini, zum Glück mochte ich die schon immer!
    Da meine Kinder ihre Oma fast täglich sehen, werden die so eine Erinnerung nicht haben, dafür viele viele andere!
    LG
    Martina

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    • Liebe Martina,
      ein Glück, dass du die Zucchini jetzt nicht immer mit dem Lateinlernen verbindest (man hat ja manchmal so seltsame Zusammenhänge mit Essen), wäre ja schade um die ganzen leckeren Zucchinirezepte 🙂 Bin ja gespannt auf dein Kindheitsrezept!
      LG, Alexa

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  3. Vielen Dank für die Kindheitsrückblicke. Bei uns war es ähnlich. Stundenlang trieben wir uns draußen herum und erlebten die abenteuerlichsten Geschichten.

    Die Jeans zerrissen, blutige Schrammen sowieso (in der Jugendzeit schämte man sich wegen den Narben auf den Knien) und das Fahrrad mit Schlamm verkrustet. Tags darauf saßen wir dann vor dem Haus und putzten das Fahrrad blank.

    Die Nachbarin machte einen himmlischen Schokoladenkuchen, den sie öfter mal aus dem Fenster reichte. Erst vor kurzem kostete ich einen Selbstgebackenen einer Kollegin, der so ähnlich schmeckte. Und da war die Erinnerung sofort wieder da.

    Selbst die schnell geschmierten Brote von Muttern schlangen wir hungrig herunter. Oder wir klauten Äpfel oder die noch süßen kleinen Maiskolben.

    Schöne Zeiten. Viele Grüße von Katy und Effi

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    • Ach, das klingt ja super, in Gedanken hab ich mich beim LEsen grad schon auf mein Fahrrad geschwungen 😉 Schokoladenkuchen ist natürlich auch eine herrliche Kindheitserinnerung, bin ja glatt versucht mir eine Erinnerung dazu selbst zu überlegen nur um einen Schokokuchen backen zu dürfen 😀
      Liebe Grüße
      Alexa

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  4. Liebe Alexa!
    Der Grießpudding sieht super lecker aus und die Geschichten aus deiner Kindheit fand ich sehr schön zu lesen! ♥ Omas können einen aber auch wirklich immer mit irgendwas Gutem zu essen beruhigen! 🙂 Ich denke da an Ribiselschnitten, Marmorkuchen, Buchteln, Sachertorte, Zucchinikuchen und den berühmten „Omakuchen“ (ein Kakao-Gugelhupf 😉 ). Achja und Hühnersuppe, die gab es von meiner einen Oma auch immer. Mittlerweile bin ich zwar Vegetarierin, aber ich habe Oma`s Hühnersuppe trotzdem in guter Erinnerung. Die haben wir immer gemeinsam beim Fernsehen am Abend verdrückt, hach das waren noch Zeiten! 🙂 Und was meine Oma auch gemacht hat: Käsespieße, die habe ich total geliebt!
    Ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr zugequasselt! 🙂
    Liebste Grüße und einen wunderschönen Samstag noch,
    Benni ♥

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